Versicherung im Fokus: Betriebshaftpflicht

Der Versicherungsschutz umfasst die Freistellung des Versicherungsnehmers von begründeten gesetzlichen Ansprüchen Dritter auf Schadensersatz. Ferner umfasst er die Prüfung, ob und inwieweit diese Ansprüche begründet sind und die Abwehr unbegründeter Forderungen. Insoweit ist die Haftpflichtversicherung auch eine passive Rechtsschutzversicherung.

Mitversichert sind neben dem Einzelunternehmer bzw. der Trägergesellschaft die Personen, die einen Betrieb oder eine Niederlassung leiten (§ 102 VVG), sowie alle übrigen Betriebsangehörigen (Mitarbeiter), die bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit für den Arbeitgeber tätig werden. Mit der Absicherung der Haftungsrisiken der Mitarbeiter wird zugleich deren arbeitsrechtlichem Freistellungsanspruch Rechnung getragen. Nicht Gegenstand der BHV sind Ansprüche des Versicherungsnehmers gegen Mitversicherte oder von Mitversicherten untereinander.

Schadenbeispiele:

Ein Elektriker führt Arbeiten in einem Hotel fehlerhaft aus. Dadurch entsteht dem Hotel ein Vermögensschaden, da das Zimmer durch den Fehler der Handwerksfirma nicht vermietet werden kann.

Höhe der Ersatzforderungen: 85.000 €

Der Installateur hat den Auftrag im Rahmen einer Altbausanierung die Leitungen im gesamten Gebäude zu erneuern. Dazu müssen zunächst die alten Rohre entfernt werden. Der Mitarbeiter erkennt die asbesthaltige Ummantelung nicht und geht sogleich mit seiner „Flex“ zu werke. Dabei werden umfangreich Asbestfasern freigesetzt. Die kontaminierten Räume müssen einer aufwendigen Asbestsanierung unterzogen werden.

Höhe der Ersatzforderungen: 80.000 €

TIPP:

Die Einstufung in der Betriebshaftpflichtversicherung richtet sich neben Umsatz und Anzahl der Beschäftigten nach dem Tätigkeitsfeld. Eine Dachdeckerei hat demzufolge ein höheres Risiko und auch höhere Beiträge zu zahlen, als z.B. ein Bürobetrieb mit reiner Laufkundschaft. Damit jedoch im Schadensfall keine Probleme eintreten, sollten Sie umfassende Angaben zu Ihrer Tätigkeit machen und diese im Vertrag eintragen lassen. Probleme können z.B. auftreten, wenn ein Hausmeisterbetrieb Installationen an Wasserleitungen durchführt und aus dieser Tätigkeit Schäden entstehen. Weil diese Tätigkeit in den Bereich eines Heizungsinstallateurs fällt.

Mit entsprechend höherer Einstufung, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz!

Machen Sie sich daher im Vorfeld eine Übersicht über alle möglichen Tätigkeiten und Risiken, die Sie absichern müssen. Im zweiten Schritt legen Sie eine prozentuale oder umsatzabhängige Aufteilung fest.

Nehmen Sie einen Experten an die Hand, der Sie bei der Ausarbeitung unterstützt.

 

Nikolas Riede

Geschäftsführender Gesellschafter

Riede und Sykora GmbH + Co. KG